 |   |  | | | Ernst Vlcek - der »Expokrat« aus Wien
Im Sprachgebrauch der PERRY RHODAN-Fans galt Ernst Vlcek jahrelang als einer der
»Expokraten«: Über 15 Jahre hinweg steuerte er die Handlung der Science-Fiction-Serie, bis
er sich im Herbst 1999 aus der »Exposé-Factory« zurückzog, um sich künftig stärker um seine
eigenen Romane kümmern zu können. Wie vielseitig Vlceks Autorentalent letzten Endes ist,
wissen vor allem jene Leser zu schätzen, die auch seine Fantasy- und Horror-Romane kennen.
Denn damit begeisterte der Österreicher in den 70er Jahren bereits seine Fans.
Wie viele andere Autoren des fantastischen Genres publizierte der 1941 in Wien geborene Ernst
Vlcek seine ersten Kurzgeschichten und Erzählungen in kleinauflagigen Fanzines der zahlreichen
Fan-Clubs. Vor allem anfangs der 60er Jahre gehörten seine pointierten Geschichten zu den
beliebtesten Beiträgen, dazu kamen Vlceks Zeichnungen, die ihm darüber hinaus einen Namen als
begabten Grafiker einbrachten.
Nach ersten Romanen, die er gemeinsam mit anderen Wiener Autoren verfaßte, publizierte Vlcek ab
1966 seine eigenen Heftromane. Ab Ende der 60er Jahre stieß er zum erweiterten PERRY RHODAN-Team;
er schrieb anfangs Taschenbücher und später ATLAN-Hefte, bevor er endgültig bei
1970 beschloß Vlcek, seinen bürgerlichen Beruf als Vertreter für Büromaschinen aufzugeben und
als freier Schriftsteller sein Glück zu versuchen. Vor allem für die Fans der Fantasy- und Horror-
Literatur erwies sich dies als Glück: Zusammen mit Kurt Luif entwickelte Vlcek die Horror-Serie
»Dämonenkiller«, für die er auch zahlreiche Romane schrieb. Die Serie galt als beste Horror-Serie
der 70er Jahre und wird derzeit in Buchform nachgedruckt.
Parallel dazu verlief sein Engagement bei DRAGON - für die erste deutschsprachige Fantasy-Serie
schrieb Vlcek insgesamt zwölf Romane. Immer wieder ließ er gerne Horror-Elemente in die Serie
einfließen, gestaltete beispielsweise recht früh die sogenannten Horden der Nacht und ließ gegen
Ende der Serie die Leser das Grauen in den Blutburgen miterleben.
Nachdem DRAGON eingestellt worden war, entwickelte der in Brunn bei Wien lebende Autor eine
Reihe eigener Romane und war vor allem bei PERRY RHODAN sehr aktiv. Als ihm das Angebot
gemacht wurde, Exposés für die Fantasy-Serie MYTHOR zu schreiben, war er sofort Feuer und
Flamme. Insgesamt 120 Handlungsvorgaben für die bisher erfolgreichste deutsche Fantasy-Serie
stammten von ihm.
Als William Voltz im Jahr 1984 überraschend starb, war es die Entscheidung der Redaktion, Ernst
Vlcek mit der Steuerung der PERRY RHODAN-Serie zu beauftragen. Er löste in der Folge die Serie
aus den Zwängen heraus, in die sie sich teilweise manövriert hatte, und führte mit dem Zyklus
»Die Große Leere« seinen Weltraumhelden sogar auf »die andere Seite des Universums«.
Vlcek hat übrigens angekündigt, nach dem Ausscheiden aus der Exposé-Factory bei PERRY RHODAN
verstärkt wieder neue Romane schreiben zu wollen. Für die Fantasy-Fans könnte da durchaus
die eine oder andere Überraschung enthalten sein. | |  |      |  |  | Dragon ist ein eingetragenes Warenzeichen der Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt. |