 |   |  | | | Hugh Walker - der absolute Fantasy-Experte
Die Geschichte der Fantasy-Literatur im deutschsprachigen Raum ist aufs Engste mit einem
Namen verbunden: Hubert Straßl alias Hugh Walker. Er schrieb zahlreiche Romane, er
gründete den größten deutschen Fantasy-Club, er gab die erste Taschenbuchreihe heraus, die
sich auf Fantasy-Literatur spezialisiert hatte - und er schrieb die wohl spannendsten Romane
der DRAGON-Reihe. Die Bearbeitung für die Buchform nahm er ebenfalls vor.
Der 1941 in Linz geborene Hubert Straßl kam in Wien während seines Studiums mit anderen
Science-Fiction-Fans in Kontakt. Bereits in den frühen 60er Jahren publizierte er eigene
Kurzgeschichten sowie eine eigene Fan-Zeitschrift. Zahlreiche weitere Kurzgeschichten folgten, später war
er Redakteur für das literarische Fanzine »Pioneer«, eines der einflußreichsten SF-Blätter jener
Jahre.
Da sich Straßl in den folgenden Jahren immer mehr für die Fantasy-Literatur begeisterte, gründete
er zusammen mit einigen Freunden den Fantasy-Club FOLLOW. Die »Fellowship of the Lords of
the Lands of Wonder« simuliert seit 1966 das Geschehen auf der phantastischen Welt Magira:
Mitglieder in FOLLOW, die sogenannten Follower, sind also zugleich »Bürger« dieser Welt, deren
Geschichtsschreibung durch das Spiel Armageddon bestimmt wird. Dieses Spiel ist ebenso eine
Erfindung Straßls und seiner Mitstreiter wie die gesamte Welt - später schrieb er unter seinem
Pseudonym Hugh Walker eine ganze Reihe von Magira-Romanen.
Seit Beginn der 70er Jahre publizierte der Autor eine Reihe von SF-Heftromanen für die Verlage
Pabel und Zauberkreis, Horror-Romane folgten. Als Kurt Bernhardt, damals Redakteur im Pabel-Verlag,
den Startschuß für DRAGON, die erste deutschsprachige Fantasy-Reihe, gab, war klar, daß
Hubert Straßl alias Hugh Walker mit von der Partie sein mußte.
Nach dem Einstellen der DRAGON-Serie schrieb Straßl zahlreiche andere SF-, Fantasy- und
Horror-Romane. Als Herausgeber der Taschenbuchreihe »Terra Fantasy« brachte er ab Ende der 70er
Jahre den deutschen Lesern zahlreiche Perlen der Fantasy-Literatur nahe: Unbekannte Werke des
Conan-Erfinders Robert E. Howard wurden ebenso publiziert wie Klassiker des Genres von Michael
Moorcock oder Abraham Merritt, von John Jakes (der später mit »Fackeln im Sturm« weltberühmt
wurde) oder Andre Norton. Natürlich schrieb Straßl ebenso für die MYTHOR-Serie, den
zweiten Versuch, eine deutschsprachige Fantasy-Serie im Heftroman zu publizieren.
Nachdem er in den letzten Jahren vor allem als Übersetzer amerikanischer Romane und
Kurzgeschichten in Erscheinung getreten war, war es für den Schriftsteller und Herausgeber, der heute in
der Nähe von Passau lebt, eine ganz besondere Freude, die DRAGON-Heftromane für die Buchausgabe
des Weltbild-Verlags neu zu bearbeiten. Mit dem offiziellen Abschlußband »Rückkehr nach
Atlantis« schaffte es der Autor zudem, der Serie endlich ein passendes Ende zu verleihen, mit dem
er selbst zufrieden sein konnte.
Zuletzt, so berichtete er, arbeitete er an neuen Konzepten im Bereich der Fantasy. Die Leser können
also auf weitere Werke Hugh Walkers gespannt sein ... | |  |      |  |  | Dragon ist ein eingetragenes Warenzeichen der Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt. |